Guenfer Çoelgecen
             
Vita Showreel Portraits
original - gercek
 
original - gercek
Foto © Marlen Mauermann, Günfer Cölgecen
 

 

original - gerçek - Presse / Stimmen aus dem Publikum

                          Alexandra Schlüter - Dülmener Zeitung / 15.03.2011

Mit Vorurteilen gespielt   
            Dülmen „Man sucht sich seine kulturelle Identität nicht aus, sondern sie findet einen, man rutscht rein“- wo sind die eigenen Wurzeln, was ist Heimat, was bedeutet Migration. Fragen, auf die die „Freien Radikalen“ zwar keine Antworten geben wussten, dafür aber jede Menge Denkanstöße und das auf eine mitreißende Art. Mal emotional, traurig in die Erinnerungen an die Oma versunken, die die eigenen Enkelinnen als „ungläubig“ abstraft, mal humoristisch in der Betrachtung, ob der angehende Ehemann besser deutsch-türkisch oder türkisch-deutsch sein soll, nahmen die Schauspielerinnen Günfer Cölgecen und Charis Nass in ihrem Programm „original - gercek“ die zumeist weiblichen Zuhörer bei der Veranstaltung zum 100. Weltfrauentag in der Alten Sparkasse mit auf eine Reise. In Form einer Szenischen Lesung brachten sie ihre Gedanken zu den unterschiedlichsten Migrationsthemen gesprochen oder darstellerisch auf die Bühne. „Ich bin Deutsche, sehe griechisch aus und habe einen jüdischen Oberarm - was macht die kulturelle Identität aus? Was sind die Wurzeln, wenn die Heimat dort ist, wo man aufgewachsen ist? Und ist die Verschleierung der türkischen Frauen in Wahrheit die Kompensation, weil man den Deutschen zu ähnlich wird?“ Die beiden jungen Frauen spielten mit den Vorurteilen aller Parteien, brachen scheinbare Grenzen auf und hielten jeder Kultur, die sich abzugrenzen versucht, den Spiegel vor.

 

                                 _     Melanie Redlberger, Kulturwissenschaftlerin - Osthaus Museum Hagen / 3.08.2010

original-gercek
            Darf man lachen, wenn es um das Thema Migration geht? Bei der inszenierten Lesung "original-gercek" von und mit Günfer Cölgecen wechseln die Stimmungen wie die Charaktere, man wird hineingesogen in einen Kosmos aus Fragen, wechselnden Standpunkten und changierenden Identitäten. Während man sich von den dargestellten Texten fesseln lässt, in den Worten Sicherheiten sucht, setzen einem die Fotografien, die in Zusammenarbeit mit Marlen Mauermann entstanden sind, zeitgleich Bilder vors Auge, die dem Gehörten weitere und nicht nur heitere Dimensionen verleihen. In dem gelungenen Vortrag treffen Günfer Cölgecen und ihre Kollegin Charis Nass den richtigen Ton, um Dank des Einsatzes theatralischer Mittel und während kurzer Performance - Zwischenspiele immer neue Einblicke in das Thema zu gewähren. Nicht Multikulti, sondern Perspektivenvielfalt ist das eigentliche Thema des Stücks. Einfache Lösungen gibt es dabei nicht. Dies empfindet man nicht als Last, sondern als Lust und so verläßt man die Inszenierung mit einem echten Lächeln.

 

 

                                        Daniel Kasselmann-Dramaturg  / 6.08.2010

Kosmopolen in Germanörglery
- über die kulturelle Identität der Deutsch-Türkischen Generation X
            In Ihren Text„original gercek“ mischt Günfer Çölgeçen die Spannbreite der Fragen kultureller Identität der Deutsch-Türken der Generation X in Ihre unfreiwilligen Abgrenzung zu den Deutschen, Kosmopoliten wie Karl Lagerfeld und deutscher Gesinnungsfolklore auf. In der Performance bedienen Günfer Çölgeçen und Charis Nass der gesamten Klaviatur des Spiels zwischen den Selbstbetrachtungen kultureller Identität am Orient-Bild einer  Chipstüte, das Gast-und-Zuhause-sein in der Fremde und dem Problem Sezen Aksu-Casetten im türkischen Laden zu kaufen und dabei seine eigene Identität zu verleugnen. Brüllkomisch spielen sie die an die Kopftuch-Debatte angelehnte Diskussion, ob man an öffentlichen Grillplätzen in materialistischer Ordnung  davon ausgehen darf, dass die Deutschen dort kein Schweinefleisch mehr grillen, weil diese Grill auch von Moslems benutzt werden und eine saukomische Decodierungs-Tabletten-Nummer, in der sie sich an Pillen von Heimat, Sehnsucht, Kultur bis zu Frieden für die Welt alles einschmeißen, was der moderne Kosmopole in seiner kulturellen Entwurzelung so braucht. „Die Welt braucht Wanderung und keine Inzest-Biotope“, dieses Selbstbewusstsein mit kosmopoler Frisur, kulinarischen Vorlieben zwischen Kartoffelpüree und Sushi zu leben und dem Wissen, dass das Leben als Kosmopole in Wohlstandsdeutschland immerhin viele Freiheiten und Luxus bietet, auch wenn viele Germanörgler das anders sehen, leben  Günfer Çölgeçen und Charis Nass in 60 Minuten von A-Z. Sie belegen so die Unsinnigkeit kultureller Abgrenzung, Spaltung und Ausgrenzen aus Angst vor dem Fremden. Eine rasante Performance, die der Zuschauer genießt wie eine Tüte Gras, von dem Fatih Akin mal meinte, „die Leute sollten es mehr rauchen, dann wäre alles viel entspannter.“

 

                                                           Jan Hecht, Erzieher / 29.07.2010

Lesung fernab vom Gutmenschengesäusel
            Günfer Cölgecen und Charis Nass ist es gelungen, eine szenische Lesung zu gestalten, die fernab vom Gutmenschengesäusel ist, die man zum Thema Integration sonst immer gerne vorgesetzt bekommt. Endlich ein Projekt, dass alteinhergebrachte Klischees zum Klischee verkommen lässt oder eben auch nicht...

 
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